TÜV-Bestimmungen

Ihr möchtet Euer Motorrad umrüsten oder umbauen?

TÜV HANSE hat nützliche Ratschläge für Biker zu folgenden Themen zusammen- gestellt:

Was darf man?

  • Verwendung von Zubehörteilen
  • Zulässigkeit
  • Anbaumaße

Eintragen oder nicht?

Wo steht das?

Rahmen

Rahmen

§ 30 StVZO // 2002/24 EG

Der Rahmen muss sich im originalen Auslieferungszustand befinden!

  • kein Schweißen
  • kein Bohren
  • kein Verformen
  • Schweißnähte dürfen nicht so poliert werden, dass Material abgetragen wird
  • alle Veränderungen (z.B. Kürzung des Rahmenhecks usw.) müssen “eingetragen” werden

Fußrasten

Fussrasten

§ 30, 61 StVZO

Fußrasten können gegen Zubehörteile getauscht werden.

  • die Anzahl muss der Sitzplatzzahl entsprechen (2 pro Sitz)

  • sie müssen klappbar sein

  • es sollte immer ein Gutachten oder eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) beiliegen ( in dieser muss das Motorrad aufgeführt sein! Außerdem sind dort die evtl. Auflagen, Anbauvor-schriften und ggf. ein Hinweis auf eine “Eintragungspflicht” aufgeführt.)

Lenker/Hebel/Griffe

Lenker/Hebel/Griffe

§ 30, 61 StVZO

Lenker, Hebel und Griffe können gegen Zubehörteile getauscht werden.

  • alle Zubehörlenker müssen geprüfte Teile sein und werden in Verbindung mit einem  Teilegutachten oder einer ABE geliefert.
  • sie müssen evtl. “eingetragen” werden (siehe Gutachten oder ABE).

Bremsen

Bremsen

§ 30, 19 StVZO // 93/14 EWG

Bremsenteile sind bauartgeprüfte Teile. Sie können gegen Zubehörteile getauscht werden.

  • Bremsleitungen, z.B. “Stahlflex” -mit oder ohne Kunststoffmantel- sind meistens      “eintragungsfrei”, sind aber gem. Einbauvorschrift in der Betriebserlaubnis zu verbauen.
  • Bremsleitungen dürfen nicht verdreht werden, müssen scheuerfrei verlegt und dicht sein.
  • Bremsscheiben, z.B. Wave-Scheiben, haben immer ein Gutachten oder eine ABE und müssen  für das entsprechende Motorrad bestimmt sein.
  • Bremsbeläge müssen eine nationale (KBA-Nr.) oder eine internationale (EG- oder ECEKennzeichnung) Zulassung besitzen.
  • Bremsen-(Original)-Ersatzteile (Originalform, genehmigter Nachbau) müssen nicht “eingetragen werden.

Rad/Reifen

Rad und Reifen

§ 30, 36 StVZO // 97/24 EWG

Immer auf die richtige Größe, Zuordnung und Bezeichnung achten! (Angaben s. Fahrzeug-schein oder Zulassungsbescheinigung Teil 1)

  • auf die richtige Laufrichtung achten!
  • auf den richtigen Reifentyp und -hersteller achten! (ggf. Herstellerfreigabe via Internet herunterladen und evt. abstempeln lassen)
  • bei Tauschfelgen (z.B. PVM, Marchesini usw.) die Zuordnung zum Motorradtyp prüfen und ggf. begutachten lassen!

Seiten-/Hauptständer

Seiten-/Hauptstaender

§ 61StVZO // 93/31 EWG

Ohne geht´s nicht!

  • ein Seitenständer und/oder ein Hauptständer muss vorhanden sein
  • ein Losfahren mit ausgeklapptem Ständer darf nicht möglich sein
  • der/die Ständer muss/müssen sicher fixiert werden
  • i.d.R. mittels zweier Federn oder eine Feder in Verb. mit einer Halteklammer oder eine nachgewiesen haltbare Feder (10000 Zyklen)

Spiegel

Spiegel

97/24 EWG

Auf das Prüfzeichen kommt es an!

Die Anzahl hängt von der Erstzulassung (EZ) ab:

vor EZ 01.01.1990  1 links
ab EZ 01.01.1990 unter 100 km/h  1 links
ab EZ 01.01.1990 über 100 km/h  2

Wenn der Spiegel mit einem Prüfzeichen versehen ist, stimmt auch die geforderte Größe von 69 cm2 und er ist somit zugelassen.

Radabdeckung

Radabdeckung

§ 30, 36a StVZO

Radabdeckung ja oder nein ??

  • für Motorräder besteht national eine Vorschrift zur Radabdeckung (150mm über Achsmitte – Lauffläche kpl. abgedeckt).
  • für Motorräder mit EG-Zulassung ist keine bestimmte Radabdeckung vorgeschrieben.
  • eine übertriebene Radabdeckungsdemontage sollte dennoch vermieden werden. Ergibt sich aus der Veränderung eine Verkehrsgefährdung, kann die Radabdeckung möglicherweise gefordert werden.
  • siehe auch z.B. Anbauvorschrift “Rückstrahler” oder “Schlussleuchten”.

Seitliche Anbringung des Kennzeichens an Zweiräder

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  • Das EG – Recht verlangt eine Anbringung des Kennzeichens an der Rückseite des Fahrzeuges, so dass es sich zwischen zwei Längsebenen befindet, die durch die äußeren Punkte der Breite über alles verlaufen.
  • Eine seitliche Anbringung des Kennzeichens ist also unter Einhaltung folgender Richtlinien möglich:
  • 93/92/EWG „Anbau der Beleuchtungs- und Signaleinrichtung“
  • 93/94/EWG „Anbringungsstelle des Kennzeichens am Krad“
  • 97/24/EG Kapitel 3 „Bauteile und Merkmale (vorstehende Außenkanten)“
  • 93/92/EWG Die Schluss- / Bremsleuchten und der Rückstrahler müssen mittig angebracht werden. Die Kennzeichenleuchte muss so angebracht werden, dass die Beleuchtung des Kennzeichens sichergestellt ist. Also: Rückleuchte mittig des Fahrzeuges, Kennzeichenleuchte zusätzlich (natürlich) über dem Kennzeichen. (Kasi)
  • 93/92/EWG Im einzelnen sind folgende Voraussetzungen bei unbeladenem Fahrzeug einzuhalten:
    • Breite x Höhe mindestens Abmessung der Anbringungsstelle- bei Kleinrad 100 mm x 175 mm oder 145 mm x 125 mm und bei Krad 200 mm x 180 mm
    • Neigung des Kennzeichens senkrecht zur Längsmittelebene des Fahrzeuges. Die obere Kante darf um max. 30° nach vorne geneigt sein. Die untere Kante darf um max. 15° nach vorne geneigt sein.
    • Abstand: Die obere Kante darf max. 1500 mm hoch sein.
    • Zum Boden: Die untere Kante muss mindestens 200 mm hoch sein, bzw. bei einem Radradius unter 200 mm muss die untere Kante mindestens auf Höhe der Radmitte sein.
    • Geometrische unter folgenden Raumwinkeln muss die Anbringungsstelle des Sichtbarkeit Kennzeichens vollständig sichtbar sein. Nach oben 30°nach unten 5 °seitlich 30°. Vorstehende Wortlaut der allgemeinen Vorschriften (3.1) der 97 / 24 / EG Kapitel 3
    • Außenkanten Die Außenflächen aller Fahrzeuge dürfen keine nach außen gerichteten Spitzen oder scharfe oder vorstehende Teile aufweisen, deren Form, Abmessungen, Richtung oder Gestaltfestigkeit das Verletzungsrisiko. Oder die Schwere der Körperverletzung von Personen vergrößern könnten, die im Falle eines Unfalls von dem Fahrzeug erfasst oder gestreift werden.

Dieser Sachverhalt wäre also durch geeignete Maßnahmen, wie z. B. Abweisblech o. ä. sicher zu stellen, wobei des weiteren folgende Mindestradien einzuhalten sind. Für flächenförmige Teile Mindestradius der Ecken und Ränder: 3 mm. Für stiftförmige Teile: bei einem Durchmesser < 20 mm Längekleiner oder gleich der Hälfte des Durchmessers; bei einem Durchmesser > 20 mm Kantenradius min. 2 mm Die Anforderung an die Außenradien gelten als erfüllt, wenn die Kanten aus Gummi oder weichem Kunststoff hergestellt oder damit überzogen sind.

Nachweis über ausreichende Festigkeit für die Halterung (Dauerfestigkeit)Keine Einschränkung des Schräglagenwinkels (d. H. bei maximaler Schräglage beim Fahrbetrieb berührt Kennzeichen nicht die Fahrbahn). Kennzeichenleuchte auf Kennzeichen abgestimmt (d. h. für 200 mm x 180 mm ist eine Leuchte mit entsprechender Bauartgenehmigung erforderlich). Radabdeckung: Bei Fahrzeugen, bei denen die seitliche Anbringung des Kennzeichens destabilisierenden Einfluss auf das Fahrzeug hat, ist dieses zu überprüfen. Hinweis

Wird nachträglich ein schmaler Austauschlenker angebaut, ist zu beurteilen, ob die Anbringung des Kennzeichens dann noch vorschriftenkonform ist! (Der Lenker muss breiter sein!)
Bei der Dokumentation unter Ziff. 33 in den Fahrzeugpapieren sollten alle vorgenommenen Umbaumaßnahmen komplett beschrieben werden und mit Verweise auf die Anbringung des Kennzeichens nach 93 / 94 / EWG vermerkt werden.

Auspuff-/ Ansauganlage

Auspuff-/ Ansauganlage

§ 19, 30, 49 StVZO // 97/24 EWG

Die “rein – raus”- Technik.

Aussagen wie: “Der hat sich eben gelöst” , “Die Halteschraube ist abgefallen”, “Der hat auf einmal so geklappert!”  werden von der Polizei i.d.R. nicht  akzeptiert. Das heißt: Die Betriebserlaubnis ist erloschen (§19 Abs.2 StVZO: …wenn sich das Geräuschverhalten verschlechtert. …)

  • Kennzeichnung: Alle Zubehöranlagen für die Straße tragen ein Genehmigungszeichen (KBA-Nr. oder EG- bzw. ECE-Zeichen). Der DB-Eater muss sich im Topf befinden!
  • Nachweispflicht: Für die Austauschanlage muss keine Karte oder ein anderes Dokument mitgeführt werden!
  • Anbau: Da der Topf oder die Anlage für das jeweilige Motorrad hergestellt wurde, muss er ohne “Umbauarbeiten” angebaut sein. Keine Veränderungen!
  • Lautstärke: Wird ein Zubehörtopf im Laufe der Zeit deutlich lauter, so ist der Halter und nicht der Hersteller in der Pflicht!

Ggf. Muss der Topf erneuert werden. Eine Geräusch-Vergleichsmessung mit den in der Zulassung angegebenen Werten ist beim TÜV HANSE nach Terminabsprache selbstverständlich möglich!

Lichttechnik

Lichttechnik

§ 49a – 54 StVZO // 93/92 EWG

Sehen und gesehen werden. Aber richtig… (Nur mit Prüfzeichen)

Begrenzungsleuchten /Standlicht:

  • nach EG vorgeschrieben, nach StVZO zulässig
  • Anzahl: 1, nach EG auch 2
  • in der Breite: Symmetrisch zur Fz-Längsmitte, nach StVZO nur im Scheinwerfer
  • in der Höhe: 350 – 1200 mm, nach StVZO bis 1500 mm

Änderung Begrenzungsleuchten bei EU-Modellen ab Juni 2013

Bezüglich des Standlichts bei Motorrädern ist eine Änderung in der euro- päischen Gesetz-gebung (UNECE) in Kraft getreten. Mit dieser Änderung dürfen nun auch gelbe Positions-leuchten als Alternative für die gegenwärtig verwendeten weißen Positionsleuchten (Stand-licht) eingesetzt werden. Honda hat ab dem Modelljahr 2013 die gelben Positionsleuchten bereits bei einigen Modellen eingeführt: CBR500R, CBR600RR, F6B, NC700X, MSX125, NSS300A Forza, GL1800B. Weitere werden folgen.

Gelbes Positionsleuchtensystem

Vorschrift: UNECE Vorschrift 53.01, Lichtquelleneinbau (Motorräder) Artikel 6.6
Alte Fassung:
6.6. Positionsleuchte vorn
6.6.1. Anzahl, eine oder zwei
Im Jahr 2011 wurde dieser Artikel wie folgt geändert:
6.6. Positionsleuchte vorn
6.6.1. Anzahl, eine oder zwei bei weißer Farbe oder zwei (eine pro Seite) bei gelber Farbe.
Systemkonfiguration: Das System besteht aus den eigentlichen Fahrzeugteilen (Blinker, Scheinwerfer und Schlussleuchten). Neue zusätzliche Bauteile gibt es nicht. Geändert haben sich bei dieser neuen optionalen Positionsbeleuchtung nur die Schaltung, die internen Teile und die Funktionsweise. Die gelben Leuchten werden an der Stelle der gegenwärtigen Blink-lichter angeordnet. Folglich wird die Positionierfunktion auch vom Blinksignalgeber ausgelöst. Die gegenwärtige weiße Positionsleuchte am Scheinwerfer wird dadurch abgeschafft. Beim hinteren Positioniersystem treten keinerlei Änderungen ein.
Systembetrieb: Die Positionsleuchten verfügen über eine geringe Helligkeit. Wenn der Blink-signalgeber eingeschaltet ist, schaltet der vordere Signalgeber der gewählten Seite das helle Licht für das Blinklicht im Blinkbetrieb ein, wie dies bei Blinklichtern üblich ist. Wird der Blink-signalgeber wieder ausgeschaltet, bleibt nur die Positionsleuchte mit geringer Helligkeit eingeschaltet. Die Positionsleuchte bleibt eingeschaltet, solange der Blinker blinkt.

Abblendlicht

Abblendlicht:

  • vorgeschrieben
  • Anzahl: 1, nach EG auch 2
  • in der Breite nach EG: bei 2 Scheinwerfer maximaler Abstand zueinander 200 mm, symmetrisch zur Fz-Längsmitte
  • in der Breite nach StVZO: maximal 200 mm zum Fernscheinwerfer, symmetrisch zur Fz-Längsmitte
  • in der Höhe: 500 – 1200 mm, nach StVZO vor EZ 1.1.88 bis 1000 mm

Fernlicht:Fernlicht

  • vorgeschrieben
  • Anzahl: 1 oder 2
  • in der Breite bei 2 Scheinwerfer maximaler Abstand der leuchtenden Flächen zueinander 200 mm
  • in der Höhe: keine besondere Vorschrift
  • blaue Einschaltkontrollleuchte vorgeschrieben, nach StVZO auch Anzeige durch Schalterstellung zulässig.

Fahrtrichtungsanzeiger (Blinker):

  • vorgeschrieben, nach StVZO ab EZ 1.1.62
  • Anzahl: 4Fahrtrichtungsanzeiger (Blinker)
  • Kennzeichnung vorn: 1, 1a, 1b, 11
  • Kennzeichnung hinten: 2a, 2b, 12
  • in der Breite (min.):nach EG vorn 240mm, hinten 180 mm nach StVZO vorn 340 mm, hinten 240 mm Blinkleuchten an den Lenkerenden (”Ochsenaugen”) zueinander 560 mm
  • in der Höhe: 350 – 1200 mm
  • Einschaltkontrolle nach EG vorgeschrieben, optisch oder akustisch oder beides, nach StVZO zulässig
  • “Ochsenaugen” bei EZ ab 1.1.87 nur i.V.m. zusätzlichen hinteren Blinkern zulässig

Warnblinkanlage:

  • nach EG: unzulässig an Kleinkrafträdern, zulässig an Krafträdern nach StVZO: zulässig auch an Kleinkrafträdern
  • besonderer Schalter zur synchronen Funktion aller Blinker
  • Einschaltkontrollleuchte vorgeschrieben, nach StVZO mit rotem Licht

Nebelscheinwerfer:

  • Anzahl: 1, nach EG auch 2 zulässig
  • in der Breite:nach EG bei 2: symmetrisch zur Fz-Längsmitte nach StVZO: max. 250 mm von der Fz-Längsmitte, auch auf Sturzbügel erlaubt
  • in der Höhe: max. wie Abblendlicht
  • Schaltung mit Begrenzungs-, Abblend-, Fernlicht
  • Einschaltkontrollleuchte zulässig

Bremsleuchten:

  • vorgeschrieben, nach StVZO erst ab EZ 1.1.88
  • Anzahl: 1, nach EG auch 2 zulässig
  • Anbaulage: mittig
  • in der Höhe: Unterkante (UK) min. 250 mm (nach StVZO min.350 mm), Oberkante (OK) max. 1500 mm

Schlußleuchten:Schlussleuchten

  • vorgeschrieben
  • Anzahl: 1oder 2
  • Anbaulage: mittig
  • in der Höhe: UK min. 250 mm, OK max. 1500 mm

Kennzeichenbeleuchtung:

Kennzeichenbeleuchtung

  • hinten vorgeschrieben

Rückstrahler hinten:

  • vorgeschrieben, nicht dreieckig
  • Anzahl: 1oder 2
  • in der Höhe: UK min. 250 mm, OK max. 900 mmRueckstrahler hinten

Weitere zulässige Leuchten nach EWG:

93/92 EWG Anh. V Nr. 6.8, 6.9, 6.11

  • Nebelschlußleuchte
  • Warnblinkanlage vor EZ 17.6.2003
  • seitliche, nicht dreieckige Rückstrahler
  • reflektierende, weiße Reifenflanken
  • Parkleuchten
  • Rückfahrscheinwerfer
  • Nebelschlußleuchte
  • Warnblinkanlage vor EZ 17.6.2003
  • seitliche, nicht dreieckige Rückstrahler
  • reflektierende, weiße Reifenflanken
  • Parkleuchten
  • Rückfahrscheinwerfer

Die  „Tipps für Motorradfahrer [ PDF 406 kB ]  könnt Ihr hier downloaden.